Umfassend und effektiv

Sicherung der Beschäftigung

Im Schwerbehindertenrecht gibt es drei Instrumente, die wesentlich zur Sicherung der Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderung beitragen: 

Prävention und Betriebliches Eingliederungsmanagement

Arbeitgeber sind nach § 167 Absatz 1 SGB IX verpflichtet, aktiv zu werden, wenn Probleme auftreten, die das Arbeitsverhältnis eines Beschäftigten mit Schwerbehinderung gefährden können. Neben der Prävention bei personenbedingten Gründen ist der Arbeitgeber auch bei verhaltens- oder betriebsbedingten Schwierigkeiten, die das Beschäftigungsverhältnis gefährden können, zum Handeln verpflichtet. Dasselbe gilt für die Durchführung von BEM bei krankheitsbedingten Schwierigkeiten von Beschäftigten (§ 167 Absatz 2 SGB IX).

Leistungen des Integrations-/Inklusionsamts

Die Betriebe werden von den Integrations-/Inklusionsämtern bei der Durchführung präventiver Maßnahmen unterstützt. Die folgende Tabelle zeigt die Anzahl der bearbeiteten Präventionsfälle in den vergangenen drei Jahren.
 

Entwicklung der Präventionsfälle

Präventionsfälledavon201920202021
Prävention nach § 167 Abs. 1 SGB IX 5.4624.2423.346
 Frauen2.1221.6681.342
 Betriebsbedingte Gründe605450235
 Frauen173161102
 Verhaltensbedingte Gründe345322247
 Frauen9811276
 Personenbedingte Gründe4.2293.2382.618
 Frauen1.7211.3051.065
 Gründe nicht ausgewiesen283232246
 Frauen1309099
BEM* (§ 167 Abs. 2 SGB IX) 1.227910883
 Frauen549371359
Prävention ingesamt 6.6895.1524.229
 Frauen2.6712.0391.701

* Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Quelle: BIH, eigene Erhebung

Abgeschlossene Präventionsverfahren 2021 in Prozent

Die Zahl der abgeschlossenen Präventionsverfahren belegt, dass die Maßnahmen zur betrieb­lichen Prävention in der Praxis eingesetzt werden und wirken. Die folgende Tabelle zeigt den prozentualen Anteil der abgeschlossenen Präventionsverfahren nach verschiedenen Gründen.

 Beendigung nach BeratungWeiterbearbeitung als KündigungsfallWeiterbearbeitung als LeistungsfallWeiterleitung an Reha-Träger
Betriebsbedingte Präventionsverfahren56,5825,4416,231,75
Verhaltensbedingte Präventionsverfahren74,3516,968,70
Personenbedingte Präventionsverfahren67,7110,3219,172,8
BEM 70,0312,0415,132,8

Quelle: BIH, eigene Erhebung

Besonderer Kündigungsschutz

Der besondere Kündigungsschutz fordert, dass ein Arbeitgeber, der beabsichtigt, einem Beschäftigten mit Schwerbehinderung zu kündigen, zuvor die Zustimmung des Integrations-/Inklusionsamts einholen muss. Dieser besondere Kündigungsschutz für Beschäftigte mit Schwerbehinderung führt keinesfalls zur Unkündbarkeit, wie die folgende Tabelle eindrücklich bestätigt.

Abgeschlossene Kündigungsverfahren 2021

 Ordentliche KündigungAußerordentliche KündigungÄnderungs-kündigungErweiterter Beendigungsschutzalle Verfahren
 Anzahl in %Anzahl in %Anzahl in %Anzahl in %Anzahl in %
Erhalt des Arbeitsplatzes2.77117,9577822,1857992,649928,134.22721,22
davon Frauen1.04617,1627223,2924188,286228,71.62120,91
Verlust des Arbeitsplatzes12.25479,382.59774,03386,0819254,5515.08175,7
davon Frauen4.86479,885873,46186,5911754,175.85775,55
Kein KüSchutz nach dem SGB IX*4122,671333,7981,286117,336143,08
davon Frauen1853,04383,25145,133717,132743,53
insgesamt15.4371003.50810062510035210019.922100
davon Frauen6.0951001.1681002731002161007.752100

* keine Gleichstellung oder Anerkennung als Mensch mit Schwerbehinderung

Quelle: BIH, eigene Erhebung

Anträge auf Zustimmung zur Kündigung

Bundesland2019Veränderung in % im Vergleich zum Vorjahr2020Veränderung in % im Vergleich zum Vorjahr2021
Baden-Württemberg2.7255,92.896-37,221.818
davon Frauen9398,481.026-33,14686
Bayern3.55713,524.113-42,352.371
davon Frauen1.33615,761.586-40,1950
Berlin9026,72967-41,68564
davon Frauen4330,69436-38,99266
Brandenburg549-2,23537-32,22364
davon Frauen2352,08240-34,58157
Bremen20223,77265-26,79194
davon Frauen7822100-3862
Hamburg5467,46590-35,08383
davon Frauen2678,25291-34,71190
Hessen2.4652,952.540-37,911.577
davon Frauen9787,391.056-38,45650
Mecklenburg-Vorpommern36512,05415-0,72412
davon Frauen1609,091767,95190
Niedersachsen1.43781.562-33,231.043
davon Frauen5612,94578-26,99422
NRW/Rheinland3.3483,773.479-35,382.248
davon Frauen1.2337,781.337-42,03775
NRW/Westfalen-Lippe2.7446,092.922-43,671.646
davon Frauen8867,61959-43,07546
Rheinland-Pfalz8994,06937-46,53501
davon Frauen3256,07346-35,55223
Saarland244-13,49215-28,37154
davon Frauen73-5,869-7,2564
Sachsen9209,091.012-31,32695
davon Frauen38516,85463-30,89320
Sachsen-Anhalt42012,5480-40,63285
davon Frauen16129,39228-44,74126
Schleswig-Holstein47717,76580-28,62414
davon Frauen20426,88279-37,63174
Thüringen6369,4702-41,31412
davon Frauen2739,6302-42,72173
Summe22.4367,3424.212-37,7115.081
davon Frauen8.5279,989.472-36,935.974

Quelle: BIH, eigene Erhebung

Ordentliche Kündigungen 2021, Kündigungsgründe in Prozent

Gesamt: 16.278    davon Frauen: 6.061

Quelle: BIH, eigene Erhebung

Ordentliche Kündigungen 2021, Ergebnisse in Prozent

Gesamt: 15.437    davon Frauen: 6.095

Quelle: BIH, eigene Erhebung

Außerordentliche Kündigungen 2021, Kündigungsgründe in Prozent

Gesamt: 4.666   davon Frauen: 1.208

Quelle: BIH, eigene Erhebung

Außerordentliche Kündigungen 2021, Ergebnisse in Prozent

Gesamt: 3.508  davon Frauen: 1.168

Quelle: BIH, eigene Erhebung