Nach Angaben des Statistischen Bundesamts bewegt sich die Anzahl der Menschen mit Schwerbehinderung in Deutschland seit Jahren auf einem Niveau im hohen einstelligen Millionenbereich. Umgerechnet auf die Gesamtbevölkerung ist dies jede elfte Einwohnerin beziehungsweise jeder elfte Einwohner. Von einer Schwerbehinderung spricht man bei einem Grad der Behinderung (GdB) ab 50.
Bundesweit sind knapp zwei Fünftel der Menschen mit Schwerbehinderung im erwerbsfähigen Alter. Ihre Beschäftigung nimmt ab, die Arbeitslosigkeit steigt. Außerdem sind sie deutlich länger auf Jobsuche als Menschen ohne eine Schwerbehinderung, wie die folgenden Tabellen und Diagramme auf dieser Seite zeigen.
| Personenkreis | 2021 |
|---|---|
| Menschen mit Schwerbehinderung | 7.795.340 |
| Erwerbsfähige Menschen mit Schwerbehinderung | 3.100.000 |
| Beschäftigte Menschen mit Schwerbehinderung | 1.100.000 |
| Abeitslose Menschen mit Schwerbehinderung | 172.000 |
Quelle: Statisches Bundesamt / Bundesagentur für Arbeit | Stand: 31.12.2021
Die Ursache einer Schwerbehinderung ist meist auf eine im Lebensverlauf erworbene Krankheit zurückzuführen. Häufige Arten einer erworbenen Schwerbehinderung sind Funktionseinschränkungen der Wirbelsäule, der Arme und Beine, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schädigungen der inneren Organe, etwa durch eine Krebserkrankung.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Stand: 31.12.2021
Behinderungen treten vor allem bei älteren Menschen auf: Mehr als die Hälfte aller Menschen mit Schwerbehinderung sind über 65 Jahre. Etwa zwei Fünftel sind im erwerbsfähigen Alter von 15 bis unter 65 Jahre.
| Altersspanne | 2019 | 2021 |
|---|---|---|
| unter 4 Jahren | 17.008 | 15.995 |
| 4 bis unter 6 Jahren | 17.082 | 18.310 |
| 6 bis unter 15 Jahren | 114.153 | 117.420 |
| 15 bis unter 18 Jahren | 45.970 | 46.660 |
| 18 bis unter 25 Jahren | 127.187 | 128.725 |
| 25 bis unter 35 Jahren | 255.356 | 251.065 |
| 35 bis unter 45 Jahren | 353.716 | 360.280 |
| 45 bis unter 55 Jahren | 790.371 | 700.760 |
| 55 bis unter 65 Jahren | 1.664.445 | 1.643.550 |
| 65 und mehr | 4.517.672 | 4.512.565 |
| Gesamt | 7.902.960 | 7.795.330 |
Quelle: Statistisches Bundesamt | Stand: 31.12.2023, der Bericht erscheint zweijährlich
Alle Betriebe, die über mindestens 20 Arbeitsplätze verfügen, sind gesetzlich verpflichtet, 5 Prozent ihrer Arbeitsplätze mit Beschäftigten mit Schwerbehinderung zu besetzen. Erfüllen sie diese Quote nicht, so haben sie für jeden unbesetzten Pflichtarbeitsplatz eine Ausgleichsabgabe zu entrichten.
Die Zahl der Beschäftigten mit Schwerbehinderung, die sich aus dem Anzeigeverfahren nach dem Sozialgesetzbuch IX (SGB IX) ergibt, ist laut der Bundesagentur für Arbeit (BA) in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Dieses Wachstum ist wesentlich auf eine höhere Anzahl älterer Beschäftigter mit Schwerbehinderung zurückzuführen. Menschen mit Schwerbehinderung sind in einer Vielzahl verschiedener Branchen beschäftigt.
| Branche | 2021 |
|---|---|
| Verarbeitendes Gewerbe | 256.000 |
| Öffentlicher Dienst | 220.000 |
| Handel, Instandhaltung, Reparatur von Kfz | 96.000 |
| Pflege und Soziales | 86.000 |
| Gesundheitswesen | 83.000 |
| Verkehr und Lagerei | 68.000 |
| Qualifizierte Unternehmensdienstleistungen | 67.000 |
| Erziehung und Unterricht | 42.000 |
| Sonst. wirtsch. Dienstleistungen (o. Zeitarbeit) | 42.000 |
| Finanzen und Versicherungen | 37.000 |
| Sonstiges | 29.000 |
| Information und Kommunikation | 29.000 |
| Bergbau, Energie, Wasser | 25.000 |
| Baugewerbe | 23.000 |
| Gastgewerbe | 12.000 |
| Zeitarbeit | 8.000 |
| Land- und Forstwirtschaft | 2.000 |
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Jahresdurchschnitt 2021
Arbeitslose Menschen mit Schwerbehinderung haben deutlich öfter eine betriebliche und/oder schulische Ausbildung als Menschen ohne Schwerbehinderung. Im Durchschnitt sind Arbeitslose mit Schwerbehinderung daher etwas höher qualifiziert als Arbeitslose ohne Schwerbehinderung, wie die folgenden Diagramme (Bundesagentur für Arbeit, 2022) zeigen.
Für Arbeitslose mit Schwerbehinderung ist es trotz vergleichbarer Qualifikation schwieriger als für Menschen ohne Schwerbehinderung, wieder eine Beschäftigung zu finden.
Im Jahr 2024 waren von den arbeitslosen Menschen mit Schwerbehinderung oder Gleichstellung mehr Menschen langzeitarbeitslos als Menschen ohne Schwerbehinderung. Die nachstehenden Grafiken verdeutlichen den Unterschied.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Jahresdurchschnitt 2024
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Jahresdurchschnitt 2024